Am Donnerstag starteten sie endlich – die ESL Extreme Masters. Darauf freue ich mich schon seit Wochen. Endlich trifft sich die europäische Elite zum Wettkampf und ich bin Dank ESL TV dabei. Glücklicherweise kann ich noch den High Quality Stream benutzen und was sehe ich? Templar und RotterdaM. Soll man sich nun freuen? RotterdaM als eher ruhiger Typ scheint mir nicht der Richtige für den Job eines Moderators zu sein, doch ich wurde eines Besseren belehrt. Seine Analysen des Spiels und die Vorhersagen, was der Akteur im gerade beobachteten Spiel als nächstes tun wird, waren beeindruckend und haben gezeigt, wie ein richtiger Experte sein sollte. Während RotterdaM seine Analysen eher nüchtern mit nur vereinzelten Witzen rüberbrachte, wusste Templar neben ihm zu überzeugen. Auch er konnte mit einem gewissen Spielverständnis aufwarten, schaffte es allerdings auch, Emotionen zu zeigen – was aus einem leeren Studio natürlich nicht einfach ist. Meine Freude wurde größer, als die ersten Counter-Strike-Partien starteten und ich das nächste Caster-Duo sah: die Spielerlegende Xeqtr und einen der wohl besten Counter-Strike-Moderatoren unser Zeit – Tosspot. Letzterer schafft es wie kaum ein Zweiter ein Spiel zum Leben zu erwecken und selbst das eher langweilige Match der Allstars wurde zu einer unterhaltsamen Angelegenheit. Xeqtr, genau wie RotterdaM ein recht ruhiger Typ, redete sehr viel über Geld und Moneymanagement. Das legte sich jedoch später und auch dann erklärten seine Analysen der vergangenen Runde alle Schritte, die ein Team unternahm.
Nun ist Samstag. Ich war etwas bedrückt, als ich den Stream startete und die deutschen Moderatoren sah. Der Fairness halber und da ich die gute Qualität des Streams zu schätzen weiß, schalte ich nicht ab. Das hätte ich jedoch gerne nach der ersten Counter-Strike-Partie getan. Verglichen mit den Moderatoren der Vortage kamen mir die Casts langweilig und wenig unterhaltsam vor. Lediglich Mark wusste mit seinen teils ‚dumm-lustigen’ Fragen und Kommentaren zur Belustigung beizutragen. Zum Glück war Counter-Strike vorbei. Nun WarCraft III. Von den deutschen Moderatoren gefallen mir Dennis und Mark mit am Besten. Vereinzelte Flames lockern die Stimmung auf und ein gewisses Know-How ist auch vorhanden. Doch leider saß dort nicht Mark, sondern der schüchterne Trydying. Dieser hat zwar Ahnung vom Spiel und auch er kann durchaus mit seinen Analysen überzeugen, doch blieb der größte Teil der Moderation an TaKe hängen. Man verstehe mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen Trydying und seine zurückhaltende Art, doch auf einem Event dieser Größenordnung wünsche ich mir erfahrene Moderatoren, die auch mehr als zwei Sätze am Stück erzhlen können.
Was will ich eigentlich sagen? Keineswegs halte ich deutsche Moderatoren für schlecht. Sie versuchen ihr Bestes. Es wird versucht, Emotionen zu zeigen, professionelle Analysen zu bieten und den Zuschauer zu unterhalten. Doch leider gelingt das zu selten. Ein tanzender Xeqtr mit seinen teilweise zu kurzen T-Shirts, ein emotionsgeladener Tosspot und die unterhaltsamen Moderatoren des WarCraft III-Bereiches schaffen es, die Spiele lebendiger zu machen. Das vermisse ich bei deutschen Moderatoren. Vielleicht kommt das in den nächsten Jahren. Ich würde es mir wünschen.
© by Jan 'skY' Leverenz |
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