Ein Artikel von Christoph "chrisinho" Müller
Die Skandinavier geben nach wie vor den Ton in den europäischen Topligen an. Ein Blick auf die NGL ONE Tabelle genügt, um beurteilen zu können, dass neben den Finnen und den Dänen, auch die Schweden mit den Großteil der Ligateilnehmer bilden. Lediglich das polnische Team von MeetYourMakers und die deutschen Vertreter in Form von mousesports und aTTaX sorgen für etwas Abwechslung.

Die Skandinavier stellen zwar den Großteil der Teams der Liga, dennoch befinden diese sich eher im unteren Tabellendrittel.
Die lange Dominanz der Schweden, wie zu Zeiten des legendären SK Gamings, ist vorbei und auch die Landsleute von fnatic belassen es im Internet eher bei geruhsamen und schwachen Auftritten. Vor einigen Jahren war es quasi normal, dass man sich maximal zwei bis drei Mal im Jahr auf sehr anerkannten Events traf, gegeneinander antrat und die damals hoch dotierten Preise abräumte. Nach nunmehr fünf Jahren ist das Onlinegaming in den Mittelpunkt gerückt. Viele Ligabetreiber versuchen mehr Fülle an Topspielen in den Umlauf zu bringen. Veranstaltungen wie die CPL, dem ESWC oder den World Cyber Games sind eher seltener geworden. In den Fokus einiger Ligabetreiber ist das Onlinegaming gerückt. Im Gegensatz zu anderen Events spart man damit einiges an Kosten. Es ist lukrativer eine Saison online auszutragen um dann bei einer Finalveranstaltung die besten Teams gegeneinander antreten zu lassen, anstatt sich einmal im Jahr durch nationale Qualifikationen ein Teilnehmerfeld für das Mainevent zu bilden. Hinzu kommt, dass die Ligen eine stetige Präsenz bei der Community zeigen und somit immer populärer werden..
..hört sich an sich gut an und für mich als Konsument eine sehr interessante Sache.
Aber was ist dann das Problem der Onlinematches?
Die meisten Zuschauer beäugen die Spiele von europäischen Topteams eher kritisch, denn die Spielvorbereitung oder besser gesagt die Spielorganisation einiger Teams lassen bei der Masse eher einen dürftigen Eindruck. Bestes Beispiel ist das Spiel von fnatic gegen das neuformierte mTw. Ein Patrik Lindberg, besser bekannt unter dem Synonym f0rest, spielte mit einem desaströsen Ping von annäherend 100.

Die Offlinestärke von fnatic zahlt sich aus mit dem Gewinn der eStars 2007 in Seoul.
Zwischenfälle, die zwar passieren können aber dennoch ein Spiel nicht die Wertung geben können, die es verdient. Wie kann es sein, dass ein neuformiertes Team, welches teilweise aus Spielern der ESL Amateur Series besteht, ein Team in Bedrängnis bringt, welches seit geraumer Zeit in der Weltspitze agiert? Dies soll keine Abwertung der ESL Amateur Series sein, sondern soll lediglich darauf hinweisen, dass solche miserablen Spiele zwar durchaus möglich sein können aber im Lan durch die intensivere Vorbereitung seitens fnatic deutlichst vermieden werden. Zwar konnten sie dieses Spiel gewinnen, dennoch reichte es am Schluss wegen einer verlorenen Map nicht zur direkten Qualifikation für die ESL Extreme Masters. Der Gewinner der Gruppe waren nicht die Russen von Virtus.pro, sondern die Dänen in Form von SoA, die mehr wegen ihrer Lineupproblemen in den Schlagzeilen standen, anstatt durch konstante und gute Leistungen. Die Frage stellt sich doch, ob sie durch eine gezielte Vorbereitung das Spiel gegen Virtus.pro nicht hätten gewinnen können. Von drei ausgespielten Karten, musste sich fnatic jeweils mit zwei desaströsten Ergebnissen in Form von 2:16 geschlagen geben. Zwar ist das rein spekulativ aber nach einer gelungenen Leistung seitens fnatic bei den ESL Extreme Masters in Los Angeles, wo sie während der Playoffsphase keine einzige Map abgeben mussten, hätten sie dieses Spiel gewinnen müssen.
Roccat | 16 | 8 | |||
| vs | Roccat | 21 | |||
MYM | 6 | ||||
| vs | Roccat | ||||
mibr | 16 | ||||
| vs | mibr | 16 | |||
SK | 14 | ||||
| vs | fnatic | ||||
| 16 | 16 | |||
| vs | fnatic | 16 | |||
eSTRO | 14 | ||||
| vs | fnatic | ||||
PGS | 8 | ||||
| vs | eMg | 7 | |||
eMg | 16 | ||||
Auf dem ESL Extreme Masters Qualifier in Los Angeles lief fnatic in bestechender Form auf und konnte ohne Mapverlust das Turnier für sich entscheiden.
Ein zusätzliches Opfer solcher Strapazen sind die Mannen um Team-Captain Alexander "ave" Holdt vom dänischen mTw. Während der laufenden NGL ONE Saison konnte man eine solide Leistung zeigen. Mit deutlichen Siegen gegenüber MeetYourMakers, fnatic oder SK Gaming sahen die meisten mTw als sicheren Bestandteil der Finals in Berlin an. Dennoch durchkreuzten sie ihre Teilnahme mit schwachen Spielen gegen wooSai oder Roccat, in denen sie jeweils mit einem 16:2 nach Hause geschickt wurden. Hätten sie in diesen Spielen jeweils sechs Runden mehr auf dem Konto verbuchen können, wären sie jetzt der glückliche Teilnehmer der dritten Finals der von Freaks4u organisierten Liga. Schwer zu differenzieren ist jedoch, ob dies an der mangelnden Vorbereitung lag oder an einer schlechten Tagesform. Gut vorstellbar ist aber auch, dass man schwächere Teams allgemein unterschätzt, was mir persönlich wesentlich mehr einleuchtet, als das man durch eine schlechte Tagesform ein so schwaches Spiel abliefert. Immerhin konnte mTw.dk auf dem ESWC oder den WorldCyberGames jeweils einen respektablen zweiten Platz erreichen.
Für viele Topfavorit auf den Finals, rennen viele Topteams ihren Leistungen im Internet hinterher und müssen teilweise auf die Schützenhilfe ihrer Gruppenteilnehmer hoffen. Als Beispiel hierfür dient die Ausgangssituation von mousesports in der NGL ONE. Nur durch die Schützenhilfe von Roccat war der Finaleinzug vor mousesports dann doch gesichert und man wird sich mit den internationalen Größen um ein Preisgeld von 35.000 $ streiten.
Wo sind die Probleme?
Zwar sind dies Spekulationen, dennoch scheinen die Onlineligen für viele Teams eher minder interessant zu sein. Zwar reizt eine Saison der ESL Extreme Masters durch eine hohe Ausschüttung von Preisgeldern, dennoch werden diese Preisgelder erst auf den Finals ausgeschüttet, was bedeutet, dass den meisten Teams der Weg zu den Finalausscheidungen relativ ist. Denn die Hauptsache ist, sich auf dem Finalevent in einer bestechenden Form zu zeigen und dort die Gegner durch gute Spielzüge in Schach zu halten. Wer im Endeffekt darunter leidet, sind die Zuschauer der Onlinegames, die sich teilweise schwache Spiele von guten Teams anschauen müssen. Dann ist es klar, dass bei einer Liga wie der NGL ONE im Bereich Counter-Strike durch mangelnde Zuschauerzahlen das Licht aus geht.
Problemlösung..?
Für deutsche Teams stellt sich dies anders dar, denn durch die ESL ProSeries ist man fast schon gewohnt, sich wöchentlich auf schwierige Matches und starke Gegner vorzubereiten. Ein guter Schritt in diese Richtung wäre sicher die Inbetriebnahme einer skandinavischen ESL ProSeries, nicht um den Wettbewerb noch weiter anzuheizen, sondern die Teams an ein regelmäßiges Aufeinandertreffen zu gewöhnen und somit auch an eine regelmäßige aufwendige Vorbereitung. Zusätzlich hätten die deutschen Teams bessere Anhaltspunkte, um auf eine gewisse Spielweise und Taktik eine Anti-Taktik zu entwickeln und würden nicht nur für den Liga- und Eventbetrieb das ganze Demomaterial liefern, nach denen man regelrecht ausgekontert wird. Zusätzlich könnten diese Aufeinandertreffen einen reibungsloseren Ablauf suggerieren, der auch den Zuschauern ein auf- und abwerten der Matches durch äußere Einflüsse, wie zum Beispiel durch Lags oder Pingvor- und nachteile, erspart und heftige Diskussionen nur im Mangel an der Vorbereitung gesucht werden könnten.
Diese Vorbereitung haben die skandinavischen Teams sehr oft genossen und geben nun in den Onlinespielen nicht gerne ihr größtes Potential preis. Hierbei gibt es auch Teams, die diese Vorteile leicht umgehen, in dem es ihnen nicht möglich ist an solchen Onlineligen teilzunehmen. Das Beispiel MiBR bestätigt dies deutlichst. Sie können durch die Pingnachteile gegenüber Europäern nicht an den Onlineevents teilnehmen, sich aber ihr Demomaterial besorgen, um dann die Spielweise der Gegner genau einzustudieren und somit werden auch Überraschungen wie der Gewinn der Dreamhack 2007 nicht mehr so unwahrscheinlich, wie anfangs viele dachten. Diese Probleme sind leider fortlaufend und vorerst nicht zu beheben. Dennoch wäre ein weiterer Schritt in Richtung professionelles Spielen die Routine, die für ein Spiel durchaus eine hohe Priorität geniest und die Bereitschaft, öfter und intensiver zu trainieren…
Bildquellen: NGL ONE - esl.eu - readmore.de
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(4 months ago)
#1
Benjii |
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well done :)
where is robert?
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(4 months ago)
#2
Disa |
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guter artikel - well done
Last edited by Disa at 14.02.2008, 08:56
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(4 months ago)
#3
Disa |
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*daumen hoch*
Last edited by Disa at 14.02.2008, 08:57
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(4 months ago)
#4
n2y
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an sich ein guter artikel, was aber in bezug auf die esl extreme masters unter den tisch gekehrt wurde, sind die extrem hohen rundengewinnen. man muß nicht auf die finals kommen, um ein paar tausend euro zu verdienen
..:: almost famous ::..
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chrisinho10 Autor Letztes Update : 13.02.2008 20:02 4 updates |
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-SpeedY Letztes Update : 13.02.2008 20:01 1 updates |
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s0nny Letztes Update : 13.02.2008 19:43 1 updates |
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Hallo bsl. Du warst das letzte Wochenende in England, um neue Spieler für dein CGS-Team zu draften. War es leicht für dich einige Spieler zu 'kicken' oder ist Berlin Allianz im letzten Jahr zu einer k...